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10 gute Gründe, Schottland zu besuchen

Dudelsack: pfeifend in die Schlacht

Die „Sackpfeife“ bzw. der Dudelsack war ein während des späten Mittelalters europaweit verbreitetes Instrument. Als die pfeifenden Stoffsäcke auf dem Festland ab dem 18. Jahrhundert in Vergessenheit gerieten, hatten sie sich in Schottland längst zum Nationalinstrument entwickelt, sowohl als Instrument bei Hof als auch in der Schlacht. Der „Piper“ führt zu den Klängen der „Bagpipe“ die Soldaten in den Kampf, das war vor hunderten Jahren so und selbst im Zweiten Weltkrieg noch Tradition bei schottischen Regimentern.

„Great Highland Bagpipes“ heißen die in Schottland gespielten Instrumente, die zu einem Teil schottischer Identität geworden sind – auch weil sich um sie einige Mythen ranken. Bis heute hält sich das an vielen Stellen als vermeintliche Wahrheit nachzulesende Gerücht, dass die Briten sie im 18. Jahrhundert als Folge schottischer Aufstände verboten und gar Piper hingerichtet hätten. Wahr ist, dass das Tragen der traditionellen schottischen Uniform eine Zeit lang verboten war (siehe: Kilt), aber das Instrument war davon nicht betroffen.


Kilt: Männer in Röcken

Röcke tragende Männer, das ist in Schottland Teil der Landestradition. Der Kilt oder „Schottenrock“ reicht seinem Träger bis an die Knie, und nicht selten ist es Gegenstand scherzhafter Spekulation, was der Schotte unter seinem Kilt tragen mag. Aber das offenbart der schwere, aus Wolle gewebte und kunstfertig gewickelte Rock in der Regel nicht. Außerhalb Schottlands wurde der Schottenrock zum Modeobjekt, nachdem sich sogar der britische König George IV. 1822 seinen Untertanen im Kilt präsentiert hatte. Allerdings trug George IV. orangefarbene Strumpfhosen darunter, was kein Schotte, wahrscheinlich generell kein modebewusster Mann jemals erwägen würde.

Der Kilt wurde erst recht spät, im 18. Jahrhundert, zum Teil der traditionellen Kleidung schottischer Clans, anders als der „Plaid“, der schottische Umhang, den die Männer aus den Highlands schon im 16. Jahrhundert trugen. Wahrscheinlich waren es praktische Erwägungen, die manchen Schotten dazu bewogen, seinen wallenden Plaid zu kürzen. Der Kilt hatte sich gerade in Schottland verbreitet, da verboten ihn die Briten schon (von 1746 bis 82) als Teil schottischer Kriegskleidung. Heute sind der Schottenrock sowie generell der hochwertige schottische Stoff mit Karomuster weltweit begehrte Handelsware.


Highlands: Hort keltischer Tradition

So hoch sind die „Highlands“ gar nicht. Der Begriff bezeichnet den Nordwesten Schottlands, aus dem zwar mancher Berg emporragt, der aber in seiner Gesamtheit bestenfalls hügelig ist. Weideflächen und Moore prägen das Bild der Highlands – und natürlich die Grampian Mountains als natürliche südöstliche Grenze dieser spärlich besiedelten, von Mythen umrankten, Clans bewohnten und keltischer Tradition geprägten Gegend. Eben weil die Highlands für die Engländer schwer zugänglich waren, hat sich dort erhalten oder ausgebildet, was heute als „typisch schottisch“ gilt. Die Bewohner der „Lowlands“ hingegen hatten sich viel eher als die Highlander gen England orientiert und englische Kultur und Lebensweise angenommen.

Die heute dünne Besiedlung des einstmals belebten Landstrichs ist Folge eines schreienden Unrechts. Mitte des 18. Jahrhunderts begannen die „Highland Clearances“, die Vertreibung der gälisch sprechenden Bauern und Landarbeiter aus ihrer Heimat. Tausende Familien wurden gewaltsam umgesiedelt oder nach Amerika/Australien verschifft, damit die Gutsherren in den Highlands in großem Stil Schafe züchten konnten; ein Einschnitt in die schottische Geschichte, der demografisch, kulturell und wirtschaftlich bis heute nachwirkt.


Haggis - der schottische Saumagen

Was dem Pfälzer der Saumagen, ist dem Schotten der Haggis. „Magen umdrehen“ ist wesentlicher Bestandteil der Zubereitung, über die es heißt, sie sei nichts für schwache Nerven, daher verzichten wir hier auf Details. Zwar muss der Schotte manchen Spott über sein vor allem aus Innereien bestehendes Nationalgericht ertragen, aber die Spötter sollten sich vor Augen führen, dass ähnliche Gerichte in vielen Ländern bekannt sind – und dass es für die Erfindung des Haggis einen guten Grund gab: Die leicht verderblichen Teile des gerade geschlachteten Tieres, Innereien in erster Linie, sollten verwertet werden. Also wurden sie damals wie heute gekocht, stark gewürzt und in Darm oder Magen gefüllt. Schon die alten Römer sollen ein ähnliches Gericht gegessen haben. Der Schotte serviert den Haggis meist mit Kartoffeln oder Rüben. Auch als Fast Food mit Pommes wird der Haggis in Schottland angeboten.


Whisky: Scotch, ein Wirtschaftsfaktor

Ihre keltischen Traditionen, ihr Freiheitskampf gegen die Engländer und manch andere Gemeinsamkeit verbindet Schotten und Iren. Streit zu stiften zwischen einem Schotten und einem Iren ist trotzdem einfach: Fragen Sie, wer den Whisky erfunden hat. Beide werden antworten „Wir“, und beide haben zumindest nicht Unrecht. Die Geschichte des Whiskys begann in beiden Ländern etwa parallel im 15. Jahrhundert, nachdem Missionare die auf dem Festland schon jahrhundertelang bekannte Kunst des Destillierens auf den britischen Inseln eingeführt hatten.

Heute ist die Whiskyproduktion ein relevanter Wirtschaftsfaktor in Schottland, und „Scotch“ ein Pfund, mit dem die Schotten wuchern können. In mehr als 100 Brennereien wird das Getränk hergestellt und in Eichenfässern mindestens drei Jahre gelagert, bevor es verkauft werden darf. Kenner können ihren Scotch anhand des Geschmacks einer Region, womöglich gar einer Brennerei zuordnen. Die meisten schottischen Brennereibetriebe gewähren ihren Besuchern gerne einen Einblick in ihre Handwerkskunst.


Lochs: wo die Monster wohnen (oder nicht)

Das gälische Wort „Loch“ bedeutet etwa „See“ oder „Fjord“. Schottische Lochs sind große, meist schmale, langgezogene Bergseen von einer gewissen Größe. Kleinere Gewässer werden eher als „Lochan“ oder „Lochie“ bezeichnet. Zehntausende Gewässer finden sich in der zerklüfteten schottischen Landschaft, viele davon miteinander verbunden, hunderte tragen den Namen Loch. Am verbreitetsten sind die Lochs in den Highlands.

Dort liegt auch das deutlich größte und weltweit bekannteste, das an seiner breitesten Stelle 42 Kilometer messende „Loch Ness“, in dem das gleichnamige Ungeheuer sein Unwesen treiben soll. „Nessie“, wie der vermeintliche Wasserdrache liebevoll genannt wird, erregte in der Neuzeit erstmals 1933 Aufmerksamkeit, als ein Artikel in einer im benachbarten Iverness erscheinenden Zeitung die Sichtung eines drachenhaften Tieres meldete. Seitdem sind immer wieder verschwommene Fotos und schwer zu überprüfende Monster-Berichte aus dem Loch Ness aufgetaucht – und nicht nur von dort. Mehrere schottische Lochs rühmen sich ihrer Monster, und täglich pirschen Einheimische wie Touristen an den Ufern entlang, um das eine Sensationsfoto zu machen, das die Existenz von Nessie oder einem ihrer Kollegen endgültig beweist.


Clans: das schottische Stammeswesen

Was in Deutschland als „Stamm“ bezeichnet würde, ist in Schottland, speziell in den Highlands, ein „Clan“: Ein Verband von einander verbundenen Familien unter einem Anführer, dem „Chief“, der in einer natürlich definierten Region lebt, einem Tal etwa. Besucher Schottlands verbinden mit dem Begriff am ehesten die Clans aus den schwer zugänglichen Highlands, wo diese Verbünde von Ackerbau und Viehzucht autark lebten. Ursprünglich war das Clansystem aber weit über Schottland hinaus verbreitet.

Robert the Bruce trägt einen der bekanntesten Namen schottischer Geschichte, weil er es war, der Ende des 13. Jahrhunderts eine große Zahl schottischer Clans vereinte im Kampf um die Unabhängigkeit von England. Freiheit und Unabhängigkeit sind Werte, die die Schotten auch aufgrund ihrer Clan-Geschichte bis heute höher schätzen als andere. Untereinander einig waren die Clans allerdings selten und Machtkämpfe sowie wechselnde Bündnisse an der Tagesordnung.

Im Lauf des 15. und 16. Jahrhunderts etablierten die Engländer auf der Insel nach und nach die Feudalherrschaft und damit das Ende der Clans – außer in den Highlands. Dort verschanzten sich die MacLeods und MacDonalds und andere, um ein karges, aber unabhängiges Leben zu führen. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es den Engländern, die Highland-Clans zu zerschlagen (siehe: Highlands).

Heute werden Clan-Traditionen umso mehr gepflegt, der gemeinsamen Identität zuliebe, aber auch für die Touristen. Dass die Flamme der Unabhängigkeit weiter in der schottischen Seele lodert, zeigt sich heute auf der politischen Bühne. Ende des 20. Jahrhunderts trotzten die Schotten Großbritannien ein eigenes Parlament ab, und 2014 hätte sich Schottland beinahe abgespalten. Nach einer aufwändigen britischen Kampagne und mehreren Appellen des Premierministers stimmten die Schotten schließlich 55:45 für einen Verbleib im Vereinigten Königreich.


Burgen und Schlösser: steinerne Zeugen blutiger Heldentaten

Während Paläste und Schlösser in erster Linie gebaut wurden, damit die hohen Herrschaften drinnen angenehm leben konnten, dienten Burgen dem Schutz vor anstürmenden Horden. Wer sich die wechselhafte schottische Geschichte vor Augen führt, an die mal einander verbundenen, mal verfeindeten Clans denkt, dem erschließt sich schnell, dass in Schottland die Zahl der Burgen die der Schlösser übersteigt. Hohe Türme, dicke Mauern, Gräben und Schießscharten in wilder Natur findet der Schottland-Reisende über das Land verteilt. Schlösser und Paläste gibt es gleichwohl, und heutzutage lebt es sich auch in mancher zur Luxusherberge umgebauten Burg königlich.

Ob Sie nun eine in den Highlands versteckte Ruine erforschen oder eine in der Neuzeit mit neuem Leben und neuem Sinn versehene Burg, jede dieser zum Schutz ihrer Bewohner gebauten Stätten hat eine individuelle Geschichte zu erzählen, meistens umrankt von Mythen und Heldentaten. Mehr als 2.000 Burgen, vom gewaltigen Trutzbau bis zum bescheidenen Turmhaus, sind in Schottland dokumentiert, und zumindest Überreste stehen von den meisten noch.

Allein die Hauptstadt Edinburgh beherbergt mehr als ein Dutzend Burgen, allen voran das gewaltige und unbedingt sehenswerte „Edinburgh Castle“. Nicht weit entfernt liegt einer der schottischen Paläste, der „Holyrood Palace“, Sitz der britischen Königsfamilie in Schottland.


Golf: der Volkssport

So wie England als „Mutterland des Fußballs“ gilt, vermarktet sich Schottland als „Mutterland des Golfsports“. Die Ursprünge des schottischen Golfs reichen zurück bis ins 15. Jahrhundert. Während auf dem Festland der Sport nur langsam sein elitäres Image abzulegen vermag, war Golf in Schottland immer schon Volkssport. Der aus dem 16. Jahrhundert stammende „The Royal and Ancient Golf Club of St Andrews“ (R&A) etwa ist ein öffentlicher Platz – und ein Muss für Golfspieler. Geschichtsbewusster geht Golfen nicht und landschaftlich schöner wahrscheinlich auch nicht.

Über das Land verteilt findet der Golffreund 578 Plätze, die meisten davon in den bevölkerungsreichsten Städten Edinburgh und Glasgow. Kein Land der Welt bietet mehr Golfplätze pro Einwohner als Schottland, das „Home of Golf“.


Ring of Brodgar: sagenumwobener Steinzeit-Treff

Stonehenge kennt jeder, aber der Ring of Brodgar ist größer und älter. Und er ist Weltkulturerbe, Teil mehrerer Anlagen, die vor fast 5.000 Jahren Steinzeitmenschen auf den Orkney-Inseln vor der Nordspitze Schottlands mühevoll errichteten. 27 der einst 60 in einem Durchmesser von 104 Meter aufgestellten Steine sind erhalten.

Bis heute sind der Ring of Brodgar und die Steinbauten in der Nähe von der Forschung umstritten. Allein die Frage, wie Menschen vor 5.000 Jahren solche Steine transportieren und solche Werke bauen konnten, ist ungeklärt. Ganz zu schweigen davon, wozu sie dienten. Treffpunkt für steinzeitliche Riten? Ein Observatorium gar? Solchen und anderen Fragen gehen die benachbarten Besucherzentren und Museen nach.